Hybrides Projektmanagement

Effektiv Effizient

Effektivität und Effizienz

Für einen Vergleich von klassischen und agilen Projektmanagementmethoden bzgl. Effektivität und Effizienz soll zunächst auf den Bedeutungsunterschied zwischen den beiden Begriffen eingegangen werden.

Effektiv heißt die kurz gefasst „die richtigen Dinge tun“. Effektives Handeln bringt uns immer ein Stück weit dem Ziel näher. Der dabei betriebene Aufwand spielt keine Rolle.

Effizient bedeutet „die Dinge richtig tun“. Hier geht es um die Optimierung des Handelns, um ein sehr gutes Verhältnis zwischen Ergebnis und getätigten Aufwand zu erzielen.

Effektivität hat einen höheren Stellenwert im Vergleich zur Effizienz. Werden die falschen Dinge effizient getan, dann ist das eine Verschwendung der dafür eingesetzten Ressourcen.

Ein praktisches Beispiel

Ihr Auto hat eine Wäsche dringend nötig und es soll in kurzer Zeit erledigt werden. Sie beschäftigen sich aber den ganzen Tag mit anderen Dingen, aber nicht mit der notwendigen Autowäsche. Sie kommen daher dem Ziel eines sauberen Autos nicht näher. Sie handeln daher nicht effektiv.

Ein effizientes Autowaschen besteht darin Ihren Wagen in eine Waschanlage zu fahren und es nicht mit der Hand zu waschen. Unser Ziel war ja ein sauberes Auto in kurzer Zeit und nicht möglichst schonend. Hier würde die Handwäsche evtl. als eine effiziente Vorgehensweise durchgehen.

Projektmanagement

Agiles Vorgehen bei IT-Projekten

Ist nun eine agile Vorgehensweise effizient oder effektiv oder vielleicht beides? Nun, bei einer agilen Vorgehensweise steht die Effektivität im Vordergrund. So nähert man sich mit jedem erfolgreichen absolvierten Sprint bei einem Projektvorgehen nach der Scrum-Methode immer dem vorgegebenen Ziel an. Aber es kann passieren, dass insgesamt mehr Ressourcen zur Erreichung des Zieles eingesetzt werden müssen. Oftmals müssen Entwicklungen wieder verworfen oder abgeändert werden, da bestimmte Aspekte im Vorfeld nicht bedacht wurden oder sich geändert haben. Daher ist in der Regel eine agile Vorgehensweise nicht immer effizient. Dafür sind agile Projektmethoden flexibler in Hinblick auf Änderungen im Projektverlauf.

Wasserfallmethode

Die klassische Wasserfallmethode

Prinzipiell gliedert sich ein Projekt nach der klassischen Methode in folgende Phasen:

  • Initialisierung des Projektes mit Kickoff
  • Planung des Projektes mit Erstellung des Pflichtenheftes
  • Umsetzung des Projektes
  • Abschluß des Projektes mit Übergabe an den Auftraggeber

Geänderte oder zusätzliche Anforderungen, die sich während der Umsetzung des Projektes ergeben werden zunnächst zurückgestellt und im Rahmen eines Changemanagements nach Projektabschluß implemntiert. Dies ist auch einer der Nachteile bei einem klassischen Projektvorgehen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Auftraggeber nach Erstellung des Pflichtenheftes in der Regel keine Zwischenstände der Umsetzung zu sehen bekommt. Dadurch kann es passieren, dass trotz eines sorgfältig erstellten Pflichtenheft die Vorstellungen des Auftraggebers und das Resultat voneinander abweichen.

Hybrides Projektmanagement

Hybrides Projektmanagement als Lösung?

Gibt es daher eine Möglichkeit das klassische Projektmanagement mit agilen Methoden zu verbinden, um die Vorteile beider Verfahren zu nutzen und um die Nachteile möglichst zu vermeiden? Dieses Ziel hat sich das hybride oder symbiotische Projektmanagement auf die Fahnen geschrieben. Hier wird das Gesamtprojekt auf der obersten Projektebene klassisch gesteuert, z.B. nach Prince2. Teilprojekte hingegen können nach einer agilen Methode, wie Scrum oder Kanban oder auch klassisch abgearbeitet werden. Welche Methode in Teilprojekten zum Einsatz kommt entscheidet der Gesamtprojektleiter in enger Abstimmung mit den Teilprojektleitern. Agil wird man z.B. vorgehen, wenn es um die Entwicklung der Benutzeroberfläche geht. Ein klassisches Projektmanagement ist eher angesagt, wenn es um die Implementierung der Anwendungslogik auf Basis der im Pflichtenheft festgehaltenen Prozesse geht.

Fazit hybrides Projektmanagement

Fazit

Das hybride Projektmanagement bietet die Möglichkeit das klassische Projektmanagement mit agilen Methoden zu verbinden und ermöglicht damit in einem übergeordneten, stabilen Projektrahmen mit fortlaufenden Änderungsanforderungen flexibler umzugehen als dies bei einer ausschließlich klassischen Projektmethode möglich wäre. Oft wird behauptet, dass damit auch die Umsetzungsdauer eines Projektes im Vergleich zu einer rein klassischen Methode verkürzt werden könnte. Dies möchte ich persönlich aber bezweifeln, da bei einer hybriden Vorgehensweise die Abstimmungsaufwände steigen.


Autor: Oliver Fischer

Kommentare sind geschlossen.